Das Standardmodell der Teilchenphysik beschreibt die Natur auf ihrer elementarsten Ebene, den Grundbausteinen der Materie. Trotz seines Erfolgs bleibt es die Erklärung einiger Phänomene wie die Existenz dunkler Materie oder den Überschuss von Materie gegenüber Antimaterie schuldig. Darüber hinaus stellen einige unerklärte Rätsel, wie zum Beispiel die Diskrepanz zwischen den experimentellen Messungen und der theoretischen Vorhersage des anomalen magnetischen Moments von Myonen, die Gültigkeit des Standardmodells infrage und geben möglicherweise erste Anhaltspunkte für „neue Physik“ jenseits des Standardmodells.
Das Exzellenzcluster PRISMA++ leistet einzigartige Beiträge zur Untersuchung dieser offenen Fragen im Zusammenhang mit der Validität des Standardmodells.
PRISMA++ Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler suchen mithilfe einer Kombination aus innovativen Präzisionsexperimenten, die auf dem JGU-Campus durchgeführt werden, und Groß-Experimenten an internationalen Standorten nach neuen Teilchen und Kräften.
Eine der Hauptzielsetzungen dieses Clusters ist der Bau und Betrieb des „Mainz Energy-Recovering Superconducting Accelerator“ (supraleitender Beschleuniger mit Energierückgewinnung – MESA). Mit MESA ist eine neue Generation niederenergetischer Präzisionsexperimente möglich, wie die Suche nach Botenteilchen für den dunklen Sektor, Messungen der elektromagnetischen Formfaktoren von Protonen bei niedrigen Impulsüberträgen, Präzisionsbestimmungen des elektroschwachen Mischungswinkels und Messungen der Neutronenhaut schwerer Kerne.
(Stand 12/2025)
PRISMA++ setzt sich aus Arbeitsgruppen der Institute für Physik und Kernphysik, des Departments Chemie (hier: Kernchemie) der JGU und dem Helmholtz-Institut Mainz zusammen. In diesen arbeiten über 300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller Karrierestufen.
Das Organigramm zeigt den strukturellen Aufbau unseres Exzellenzclusters.
Prof. Dr. Concettina Sfienti
Prof. Dr. Alfons Weber
Das Leitungsgremium (Steering Committee) ist die wichtigste Instanz des Exzellenzclusters PRISMA++ und entscheidet über dessen wissenschaftliches Gesamtprogramm, Budgetplanung, Termine sowie die Verteilung der internen Forschungsmittel.
Der wissenschaftliche Beirat berät das Cluster im Hinblick auf seine wissenschaftliche und strukturelle Entwicklung.
- Laura Baudis (Universität Zürich)
- Daniela Bortoletto (University of Oxford)
- Haiyan Gao (Brookhaven)
- Thomas Gehrmann (Universität Zürich)
- David Hertzog (University of Washington)
- Rolf-Dieter Heuer (ehemaliger CERN-Direktor)
- Oliver Kester (TRIUMF)
- Klaus Kirch (ETH Zürich)
- Richard Milner (MIT)
- Mayly Sanchez (Florida State University)
- Thomas Teubner (University of Liverpool)
- Mark Thomson (UK Research and Innovation)
Das Helmholtz-Institut Mainz für Struktur, Symmetrie und Stabilität von Materie und Antimaterie (HIM) ist ein strategischer Partner des Exzellenzclusters PRISMA++. Es bietet zusätzliche Infrastruktur auf dem Campus der JGU und setzt seinen Hauptakzent auf neue Forschungsmöglichkeiten in der Hadronenphysik, insbesondere an der FAIR-Anlage der GSI Darmstadt.
Ein weiterer Partner auf nationaler Ebene ist das Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB). Die Zusammenarbeit war entscheidend für den Test der MESA-Kryomodule in der Beschleunigeranlage bERLinPro.
Auf internationaler Ebene arbeitet PRISMA++ eng mit dem führenden nationalen Forschungslabor für Teilchenphysik in den USA, Fermilab (FNAL), zusammen.
- Das Koordinationsteam steht Ihnen gerne bei allen Fragen rund um das Exzellenzcluster zur Verfügung.
- Das Zentrum für den wissenschaftlichen Nachwuchs innerhalb des Exzellenzclusters ist die Mainz Physics Academy (MPA).
- Für Personen, die neu an die JGU kommen, wurde ein Info-Portal erstellt, in dem wichtige Informationen zu verschiedenen Lebensbereichen angeboten werden
- Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler, die über das Cluster beschäftigt werden, können individuelle Unterstützung für Reisen zu Konferenzen, Summer Schools usw. beantragen. Informationen dazu finden Sie hier.
- Das Irène Joliot-Curie Programm für Frauen in der Wissenschaft hält individuelle Unterstützungsangebote bereit.
- Das Detektorlabor verfügt über eine interne Website für alle Nutzer in den Physikinstituten.
- Vorlagen für die Beantragung von Mitteln über den PRISMA++ Research Fund gibt es hier.
- Das Formular zur Übernahme von Reisekosten für Externe (z.B. Seminarsprecher) finden Sie hier.
- Den Beschaffungsantrag für Bestellungen finden sie hier (pdf-Dokument).
- Die Organisationsregelung für das Exzellenzcluster finden sie hier (pdf-Dokument).
Mainz, Hauptstadt von Rheinland-Pfalz, hat ungefähr 200.000 Einwohner. Die Stadt liegt am Zusammenfluss von Rhein und Main, zwei der bedeutendsten Flüsse in Deutschland. Wegen der Lage inmitten der Rhein-Main-Region verfügt Mainz über eine ausgezeichnete Anbindung an das Verkehrsnetz. Der Frankfurter Flughafen ist nur 20 Minuten entfernt und der öffentliche Nahverkehr in und um Mainz ist hervorragend ausgebaut.
Mainz ist eine reizvolle und offene Stadt. Dass Tradition und Fortschritt keinen übermäßigen Gegensatz bilden müssen, offenbart sich in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt im alltäglichen Leben. Mit seiner 2000-jährigen Geschichte ist Mainz jung geblieben. Die Rheinmetropole, in der Römer, Kurfürsten und Persönlichkeiten wie Barbarossa und Gutenberg ihre Spuren hinterließen, ist heute malerische Heimat für Menschen, Wirtschaft und Wissenschaft. Seit dem Jahr 2011 ist Mainz STADT DER WISSENSCHAFT.
Mainz bietet eine Vielzahl an kulturellen Attraktionen und ist bekannt für die „Fastnacht“ (die 5. Jahreszeit), die vom 11. November bis zum Beginn der Fastenzeit gefeiert wird. Ausgedehnter Weinanbau kennzeichnet die Landschaften am Stadtrand, wo ein Spaziergang zwischen Rebhügeln zu allen Jahreszeiten den Alltagsstress vergessen lässt. Reizvoll ist auch die weitere Umgebung, Tagesausflüge drängen sich geradezu auf, ob in den malerischen Rheingau mit berühmten Klöstern wie im hochgelegenen Eberbach, ob als romantische Schifffahrt auf dem Rhein oder als Abstecher in die herrlichen Landschaften der Mittelgebirge Hunsrück, Odenwald und Taunus. Zugleich ist die Landeshauptstadt ein zentraler und vitaler Wirtschaftsstandort. Unter anderem für eine Reihe von Medien – angeführt vom Zweiten Deutschen Fernsehen, das für seine Heimat täglich europaweit Imagepflege betreibt.